{"id":1493,"date":"2018-02-12T12:37:58","date_gmt":"2018-02-12T11:37:58","guid":{"rendered":"https:\/\/meet2respect.de\/?p=1493"},"modified":"2018-02-12T12:37:58","modified_gmt":"2018-02-12T11:37:58","slug":"dialog-reihe-islam-lgbti-weg-der-kleinen-schritte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rmlsbti.ohne-unterschiede.de\/?p=1493","title":{"rendered":"Dialog-Reihe Islam-LGBTI: Weg der kleinen Schritte"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t[vc_row][vc_column][vc_column_text]Am 07.Febuar fand das nun insgesamt f\u00fcnfte von Leadership Berlin initiierte Austauschformat zum Thema Islam &amp; Homosexualit\u00e4t statt. Diesmal waren wir zu Gast beim\u00a0<a href=\"http:\/\/izdb-berlin.de\/\">Interkulturellem Zentrum f\u00fcr Dialog und Bildung e.V.<\/a>\u00a0(IZDB) im Wedding. Man k\u00f6nnte sagen &#8220;Runde 5&#8221; &#8211; aber das weckt vielleicht falsche Assoziationen, denn wir erlebten ein durchaus unaufgeregtes &amp; friedliches Gespr\u00e4ch zwischen den Vertreter*innen der beiden Communities, auch wenn es inhaltlich nicht an Brisanz fehlte. Trotzdem, es war eher ein Abtasten zwischen zwei Minderheiten, die daran interessiert waren, gemeinsam in Dialog zu treten und Schritt f\u00fcr Schritt mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander zu gewinnen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/leadership-berlin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_0316.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-4118\" src=\"http:\/\/leadership-berlin.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IMG_0316-1024x683.jpg\" alt=\"IMG_0316\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die knapp 35 Anwesenden fanden sich zun\u00e4chst an drei langen Tafeln zusammen, um durch Vertreter*innen des IZDB begr\u00fc\u00dft zu werden: &#8220;Wir haben nicht nur einen Gebetsraum, sondern wir sind eine Moschee: n\u00e4mlich ein Ort, wo Menschen sich auch treffen, Kaffee trinken, gemeinsamen Aktivit\u00e4ten nachgehen und feiern.&#8221; Ganz in diesem Sinne w\u00fcrde man Wert auf Vielfalt (z.B. jeweils mindestens 30% Partizipation von Jugendlichen und Frauen im Vorstand) und Gespr\u00e4ch legen, denn &#8220;Wir m\u00fcssen im Dialog bleiben!&#8221;. Es folgte eine Blitzvorstellungsrunde, in der jeder der Teilnehmenden ein kurzes Statement zu sich und seiner Verbindung zum Thema Islam und\/oder Homosexualit\u00e4t geben konnte. Mit diesem ersten gewonnen \u00dcberblick ging es dann ein Stockwerk h\u00f6her, wo die Gruppe dem abendlichen Gebet beiwohnen konnte &#8211; als praktizierender Muslim oder beobachtend im Hintergrund. Auch der Vorredner richtete sich vor versammelter Gemeinde nochmal mit einem Bekenntnis zu vielf\u00e4ltiger und bunter Gesellschaft, sowie zu Akzeptanz &amp; Respekt f\u00fcr Minderheiten an die Anwesenden.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][vc_empty_space height=&#8221;16px&#8221;][vc_gallery interval=&#8221;5&#8243; images=&#8221;1486,1488,1487,1485,1484&#8243; img_size=&#8221;large&#8221;][vc_empty_space height=&#8221;16px&#8221;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<p>Wieder zur\u00fcck im Diskussionsforum schafften wir uns einen Eindruck davon, wie die Teilnehmer*innen Islamfeindlichkeit bzw. Homophobie in unserer Gesellschaft quantifizieren w\u00fcrden. Unser bew\u00e4hrter &#8220;Meinungsstrahl&#8221;, bei dem sich die Teilnehmenden irgendwo zwischen 0% und 100% Zustimmung zu einem Statement im Raum positionieren, ergab sowohl f\u00fcr die Aussage &#8220;Die Mehrheit der Nicht-Muslime in Deutschland ist islamfeindlich&#8221;, wie auch zu &#8220;Die Mehrheit der Muslime in Deutschland ist homophob&#8221; eine breite Verteilung \u00fcber die volle Skala aber mit Schwerpunkt unterhalb von 50% Zustimmung. Mit dem Input Einzelner, warum sie sich wo positioniert h\u00e4tten ging es dann weiter mit einer Diskussionsrunde zum Thema des Abends. Hier wurde vor allem deutlich, dass es f\u00fcr homosexuelle Muslima &amp; Muslime ein immenser innerer, wie auch \u00e4u\u00dferer Konflikt sei, ihren Glauben, sowie Gemeinde- &amp; Familienzugeh\u00f6rigkeit mit ihrer sexuellen Orientierung und deren Ausleben zu vereinbaren. Ein Imam sagte, dass f\u00fcr ihn aus religi\u00f6ser Sicht das Ausleben von Homosexualit\u00e4t eine S\u00fcnde sei, seine pers\u00f6nliche Sicht darauf aber auch nochmal davon zu differenzieren w\u00e4re. Ein anderer Teilnehmer sah im Zusammenhang mit dem Thema Homosexualit\u00e4t vor allem eine Gefahr darin, dass ja im Allgemeinen in unserer Gesellschaft die Stellung der Familie immer weiter geschw\u00e4cht w\u00fcrde. Von Seiten der LGBTI-Vertreter*innen wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass Homosexualit\u00e4t keine Frage der freien Entscheidung ist, sondern etwas, womit man geboren wird und weder ansteckend noch &#8220;herbei erziehbar&#8221; ist. Auf beiden Seiten bestand Einigkeit dar\u00fcber, dass zum Thema Homosexualit\u00e4t in muslimischen Gemeinden gro\u00dfer Bedarf an Aufkl\u00e4rung besteht.<\/p>\n<p>Ein weiterer kleiner Schritt auf diesem Weg war genau dieser Abend, an dem Ber\u00fchrungs\u00e4ngste, Vorurteile und Vorbehalte abgebaut, Wissen vermittelt und der Mut und die Anregung zu einem anderen Umgang auch in der Gemeindearbeit her\u00fcbergebracht wurden. Best\u00e4tigung finden wir von Leadership Berlin darin, dass gleich die n\u00e4chste Moscheegemeinde ihre Bereitschaft bekundet hat, eine LGBTI-Gruppe zu einem solchen Austausch zu empfangen. Einmal mehr Zeichen daf\u00fcr, dass Schwule und Lesben durchaus in muslimischen Gottesh\u00e4usern willkommen sind und durch Besuche ein Beitrag zur Unaufgeregtheit und Normalit\u00e4t im Umgang mit dem Thema Homosexualit\u00e4t geleistet wird. Und auch im Hinblick auf Muslimfeindlichkeit ist dies ein Zeichen in Richtung LGBTI-Vertreter*innen wie auch in Richtung Mehrheitsgesellschaft, dass ein respektvoller Dialog mit Muslimen, Begegnungen oder auch Diskussionen m\u00f6glich ist und dass das h\u00e4ufig in Medien bediente Zerrbild eines intoleranten, homophoben, extremistischen Islams nicht \u00fcbereinstimmt mit der Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Und noch zwei weitere Erfolge sehen wir. Erstens herrschte an dem Abend \u00dcbereinkunft dar\u00fcber, dass sowohl LGBTI-Community wie auch Muslime &amp; Muslima als Minderheit in unserer Gesellschaft diskriminiert werden. Daraus entsprang der Vorschlag, dass man sich als solche auch gemeinsam als Team gegen Diskriminierung einsetzen k\u00f6nne. Passend hierzu auch das Statement einer muslimischen Teilnehmerin, dass man nicht von &#8220;wir und ihr&#8221;, sondern nur noch von &#8220;wir&#8221; sprechen sollte. Zweitens gibt es als Reaktion auf unsere Veranstaltung erste Bestrebungen auch einen umgekehrten Besuch von islamischen Vertreter*innen bei einer LGBTI-Institution zu realisieren.<\/p>\n<p>Wir sind gespannt darauf, wo &amp; wie es weitergeht und freuen uns auf die Fortf\u00fchrung unserer Veranstaltungsreihe! Weitere Infos zu den Gespr\u00e4chen finden Sie auf\u00a0der meet2respect Website\u00a0<a href=\"https:\/\/meet2respect.de\/religion-lgbti\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Basis der Besuche in den Moscheegemeinden ist die &#8220;Grundsatzerkl\u00e4rung&#8221; von muslimischen Organisationen und Vertreter*innen zum Thema Homosexualit\u00e4t, mit der sich Moscheegemeinden klar gegen Gewalt und Diskriminierung von Schwulen und Lesben aussprechen, siehe\u00a0<a href=\"https:\/\/meet2respect.de\/religion-lgbti\/grundsatzerklaerung\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_empty_space height=&#8221;16px&#8221;][vc_gallery interval=&#8221;3&#8243; images=&#8221;1483,1489&#8243; img_size=&#8221;large&#8221;][\/vc_column][\/vc_row]\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\t\t\t\tAm 07.Febuar fand das nun insgesamt f\u00fcnfte von Leadership Berlin initiierte Austauschformat zum Thema Islam &amp; Homosexualit\u00e4t statt. 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